
Julia und Romeo verlieben sich ineinander, während ihre Familien eine blutige Fehde miteinander führen – das wohl bekannteste Stück der Weltliteratur. Die Balkonszene, der Dialog „Es war die Nachtigall und nicht die Lerche“ nach der Liebesnacht, der tragische Ausgang – all das hat sich eingebrannt in unser kulturelles Gedächtnis. Doch bei der Neuinszenierung im Schauspielhaus wurden die Oberstufen-Schüler der 7. und 8. Klasse überrascht. Diese hatten die Gelegenheit, sich aus nächster Nähe selbst ein Bild dieser ungewöhnlichen Liebesgeschichte zu machen.
Von klassischer Liebestragödie war nicht viel zu merken. „Regisseur Emre Akal entlarvt in seinen so radikalen wie gefeierten Theaterarbeiten gesellschaftliche Strukturen hinsichtlich ihrer Machtmechanismen. In seiner ihm eigenen Bühnensprache, die die Körper der Schauspieler in den Mittelpunkt des Erzählens rückt, findet er eine kraftvolle Erzählung zwischen Schein und Sein“, wie es die Texte und Interviews auf der Homepage des Schauspielhauses bereits vorab verraten.